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Seminarfahrt nach Oberschlesien brachte viele Eindrücke

Deutsch-polnischen Dialog weiter verfolgen

Das Deutsch-Europäische Bildungswerk in Hessen (DEB) veranstaltete in der vergangenen Woche ein Seminar mit dem Ziel einer Vertiefung des deutsch- polnischen Verständigungs- prozesses im europäischen Rahmen in der oberschlesischen Kleinstadt Gogolin im Süd- Westen Polens.   Die hessische Delegation mit 30 Teilnehmern stand unter Leitung von Bürgermeister a.D. und Vorsitzenden des DEB, Georg Stolle (Bensheim). In zahlreichen Einzelveranstaltungen kam es zu vielfältigen Begegnungen von Mensch zu Mensch im Dienste der Verständigung im gemeinsamen Europa, so u.a. im Bürgermeisteramt zu Deschowitz, bei einem großen Auftritt des Chores der Deutschen Minderheit aus dieser Region, und während eines Besuchs in der bilingualen Schule und Kindertagesstätte in Januszkowice. Zwischendurch wurden Vorträge von verschiedenen Kommunalpolitikern, Vertretern der Deutschen Minderheit, der Katholischen Kirche und der Medien sowie der Universität Oppeln mit Interesse entgegengenommen und lebhaft diskutiert. Am Grabe des kürzlich brutal ermordeten Bürgermeisters von Deschowitz, Dieter Przewdzing, der ein besonders engagierter Verfechter von Rechten der deutschen Minderheit in Oberschlesien war, legten die Seminarteilnehmer zum Gedenken ein Blumengebinde nieder. Und beim Besuch der Basilika auf dem St. Annaberg trug im dortigen Pilgerheim Prof. Dr. Andrzej Hanich vom Schlesischen Institut in Oppeln die 500- jährige Geschichte dieser bekannten kirchlichen Kulturstätte im "Dienste für die deutsch-polnische Verständigung im christlichen Geiste" sehr anschaulich vor. Einen besonderen Höhepunkt dieses Auslandsaufenthaltes bildete aber das Treffen mit dem emeritierten Oppelner Erzbischof Dr. Alfons Nossol im wiedererstellten Schloss von Groß-Stein. Mit einer sehr einfühlsamen und herzlichen Ansprache bewies dieser hohe Kirchengeistliche aus Oberschlesien einmal mehr sein unerschütterliches Streben nach deutsch-polnischer Versöhnung und Verständigung.   Der Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Hessen, Siegbert Ortmann (Lauterbach),der ebenfalls dem Seminarteilnehmerkreis angehörte, nahm die Gelegenheit wahr, dem Erzbischof in Würdigung und Anerkennung besonderer Leistungen für die aus ihrer Heimat Oberschlesien nach dem 2.Weltkrieg geflüchteten und Vertriebenen Deutschen die Verdienstmedaille des BdV-Hessen zu verleihen. Darüber freute sich der Ausgezeichnete, der eine Schwester in Hessen wohnhaft hat, auch ganz besonders.   Am Ende des umfangreichen, bestens organisierten Seminars waren sich alle Teilnehmer zusammen mit den eingeladenen oberschlesischen Freunden bei der Abschlussbegegnung im Hotel " Palac Lucja", dessen westdeutscher Inhaber Siegmund Dransfeld übrigens der erste deutsche Bürgermeister in Polen nach 1945 war, darüber einig, dass derartige Begegnungen "für ein zukünftiges Leben miteinander und in Europa füreinander" besonders dienlich sind und für den weiteren Dialog über die endgültige Beseitigung von Vorurteilen und Missverständnissen im Verhältnis zwischen Polen und Deutschen tunlichst wiederholt werden sollten. Text: Siegbert Ortmann Im Juni 2014
Treffen mit Erzbischof em. Dr. Alfons Nossol im Schloss Groß-Stein (von links): Georg Stolle, Nossol, Siegbert Ortmann
Die Reisegruppe aus Hessen vor der Basilika auf dem St. Annaberg
Treffen mit dem Vorsitzenden des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, Bernhard Gaida (r.), mit Georg Stolle (links) und Sigbert Ortmann
Bilder: Bildungswerk